Verloren in Fuerth

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Die garantiert nicht rauchfreie Kolumne von Veit Bronnenmeyer und Elmar Tannert. Mindestens 1 x im Monat neu!

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Letzte Aktivität: 18.7.2008

Gastbeitrag eines Sargnagels

Passiv-Lauch
oder:
Warum das Überleben der Menschheit im einundzwanzigsten Jahrhundert die Entfernung sämtlicher Zwiebelpflanzen vom menschlichen Speisezettel erfordert

Von Albin T. Sarg-Nagl,
Kujau-Institut für Fiktiven Aktionismus, Münchhausen (Westerwald).

Den wenigsten Lesern wird sie bislang bekannt sein. Und das, obwohl keine andere Vereinigung sich in ähnlichem Maße um das Überleben der Menschheit verdient macht wie die Initiative PLO-Lauchfrei (Anmerkung: PLO steht für Porree-Lauch-Overkill und war gegen Ende der 60er Jahre ein beliebter Slogan, mit dem sich revoltierende Jugendliche gegen überholt-autoritäre Küchentraditionen der Nachkriegszeit auflehnten).

Daß der Verzehr von Lauch (Allium ampeloprasum) beim Lauchesser zu Blähungen und solcherart zur Belästigung, gar zur Gefährdung ihn umgebender Nichtlauchesser(durch Toxizität der Gase und Explosionsgefahr)führen kann, ist hinreichend belegt. Wie jetzt eine Forschungsgruppe der WHOAX herausgefunden hat, wurde das Gefahrenpotential, das von dieser bislang irrigerweise als weitgehend harmlos betrachteten Gemüsesorte ausgeht, sträflich unterschätzt. Wie o.g. Forschungsgruppe festgestellt hat, enthält Lauch nämlich das berüchtigte Senföl, welchem bereits der infame römische Kaiser Nero (37 - 68 n.Chr.) in einem Maße verfallen war, daß er von Zeitgenossen auch als Porrophagus (Lauchfresser) bezeichnet wurde. Nach Aussage von Prof. Kurtgeorg Zwiebli-Hasser, dem Leiter der Forschungsgruppe, ist jetzt zweifelsfrei erwiesen, daß die kriminelle Karriere des Nero Claudius Caesar Augustus Germanicus weitgehend auf dessen Lauchkonsum zurückzuführen ist, wobei Christenverfolgung und Brand von Rom ursächlich durch dessen schwere Lauchabhängigkeit und die daraus resultierende Paranoia verursacht worden sein dürften. Auch der spätere Gewaltherrscher Adolf H. war nach eigenem Bekenntnis Vegetarier, sodaß es ein naheliegender Schluß ist, daß auch dieser dem Lauchkonsum verfallen war, was u.a. auch seinen späteren „Nerobefehl“ erklären würde. Unbestätigten Gerüchten zufolge soll er gar 1945 seinen Schäferhund Blondi nicht etwa mit Zyankali, sondern mit einem Lauchkuchen vergiftet haben (sämtliche Gewächse der Familie Allium wirken auf Hunde giftig!).

Hinsichtlich des Einflusses der Lauchsucht auf weniger hervorragende Gewaltverbrecher und Despoten der Menschheitsgeschichte fehlen derzeit leider noch nähere Untersuchungen. Aus diesem Grund schlägt Prof. Zwiebli-Hasser ein internationales Dringlichkeitsprogramm zur Lauchfolgenforschung vor, welches mit mindestens 100 Mio. € dotiert werden sollte. Da nicht nur der Lauch alleine im Verdacht steht, kriminelle und despotische Neigungen im Menschen zu potenzieren, sollte die Forschung sicherheitshalber ihr Augenmerk auf sämtliche Zwiebelgewächse richten.

Im Licht neuester Erkenntnisse muß davon ausgegangen werden, daß Lauchverzehr die Neigung, sich zum Gewaltherrscher und Despoten aufzuschwingen, beim Durchschnittsbürger um 32 % erhöht. In Einzelfällen - so z.B. in Kreisen politisch aktiver Personen - wird gar die Fünfzig-Prozent-Marke deutlich überschritten. Ohne weiteren Forschungen vorgreifen zu wollen, fordert Zwiebli-Hasser aufgrund der eindeutig absehbaren Gefährlichkeit der betr. Gemüse eine sofortige Aufklärungskampagne, mit der nachdrücklich vor dem Verzehr von Zwiebelgewächsen gewarnt wird, sowie das Verbot, Zwiebeln und Lauch an Kinder und Jugendliche abzugeben bzw. diesen Gerichte vorzusetzen, denen Zwiebelpflanzen zugesetzt wurden. Schon der Verzehr kleinster Mengen der betr. Gemüse sei keinesfalls unbedenklich, massive Folgeschäden seien eigentlich nur durch Totalverzicht vermeidbar. Des weiteren forderte Zwiebli-Hasser den Deutschen Bauernverband ultimativ zu einer massiven Reduzierung der Lauch- und Zwiebelanbauflächen auf. Ein hundertprozentiges Einfuhrverbot für Saatgut, Pflanzen und kontaminierte Produkte sei nach Aussage von Regierungsvertretern glücklicherweise schon in Vorbrereitung.

Derweil diese Maßnahmen dringen notwendig seien, so stellten sie doch nur zaghafte erste Schritte auf einem langen Weg dar, einem Weg, dessen Beschreitung alleine Gewähr dafür biete, daß Mitteleuropa im einundzwanzigsten Jahrhundert nicht wieder in die Barbarei zurückfalle.

Literatur:

Ohne Lauch geht's auch! : Lauchfolgenforschung und Diktaturprävention / hrsg. im Auftrag des Deutschen Zwiebelforschungszentrums durch Dr. Minerva Porree-Laester. - Lauchenburg, 2008. - 11 S. - (Schriften zur Zwiebelkritik ; 137)

Dem Lauch ein Ende machen ... : Überlegungen zu einer lauchfreien Gesellschaft / mit Beitr. von Lohengrin Blindfink ... Porringen a. d. Lauchach : Leek-Verlag, 2007. - 199 S.

Der Teufel in der Küche : Zwiebelgewächse und ihre Folgen / hrsg. von der Blindenzentrale für Panische Volksverdummung. - Allium : Schalotte-Verl., 2007. 924 S.

Ein Volk, ein Lauch, ein Fieber : Materialiensammlung des WHOAX-Konflagrations-Zentrums unter Leitung von Prof. K. Zwiebli-Hasser. Laucha a. d. Unstrut : Bärlauch & Knoblich, 2008. - 21 S.

Gastbeitrag Sargnagel.doc

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